Daal – Linsensuppe
Bhat – Reis
So habe ich mir übrigens links und rechts gemerkt:
Daayaa – Rechts – Mit dieser Hand ist man Daal Bhat
Baayaa – Links – Diese Hand ist Bäh
Und an dieser Stelle muss ich noch einen Spruch zum Besten geben, den mir jemand hier ganz am Anfang gesagt hat:
The nepalese digestive system starts with the right hand and ends with the left hand.
(kleine Erinnerungsstütze: Es gibt kein Klopapier...)
Manche Nepalesen fühlen sich nicht ernährt, wenn sie nicht zweimal täglich ihre (riesige) Portion Reis erhalten haben. Das geht sogar so weit, dass wenn sie abends auf einer Veranstaltung waren, bei der es etwas Anderes als Reis zu essen gab, sie zu Hause (egal wie satt sie eigentlich sind) nochmal ihren Reis essen. Unsere tägliche Portion Reis gib uns heute.
Die nepalesische Variante des „How are you?“ ist folglich „Khana khanu bhayo?“ (“Hast du schon gegessen?”). Ich werde auch ständig gefragt, ob ich schon meinen Reis hatte und dann lüge ich ganz unverhohlen, dass das natürlich der Fall sei. Wer mich kennt, weiß dass ich alles Mögliche, aber auf jeden Fall nicht zweimal am Tag Reis mit Linsenbeilage essen würde:) Jedoch beruhigt es den Fragenden ungemein und gibt ihm ein Gefühl der Sicherheit, dass auch bei mir die Welt in Ordnung ist. Glücklich und zufrieden kann er seinen Tag fortsetzen, und wird mich auch morgen wieder fragen. Wie soll man einem Nepalesen auch erklären, dass man Tierfutter wie Haferflocken und Obst isst?
| frischer Reis |
Passend zum Thema und für alle Liebhaber des schlechten Geschmacks – Das ultimative Reis-Lied! Helge Schneider - Es gibt Reis
Momentan ist die Zeit der Reisernte und man nachdem der Reis mit Handarbeit und Muskelkraft geerntet wurde, wird er auf den freien Plätzen der Stadt auf Plastikplanen getrocknet.
| Nach der Ernte |
| Was vom Reis übrig blieb... |
Darüber hinaus ist mir aufgefallen, dass viele Frauen nur auf der linken Hand lange Fingernägel züchten und lackieren. Es ist so, dass die rechte Hand zum Essen und Schreiben da ist und sozusagen „vernünftig“ bleiben muss, wohingegen auf der linken sich die weibliche Kunstfertigkeit austoben kann.
Es gibt lustigerweise auch eine männliche Variante dieses Denkens: Der lang gezüchtete kleine Fingernagel! Als ich das das erste Mal sah, dachte ich, der sei zum Koks-Schnüffeln da. Die Männer hegen und pflegen ihren langen Fingernagel und finden ihn ziemlich cool. Für mich widerspricht sich das Ganze etwas mit der herrschenden Ansicht, dass die linke Hand unrein sei.
Noch ist mir die nepalesische Seele in vielerlei Hinsicht ein Rätsel... Und nicht nur wenn es um Reis geht!